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Gedenktafel an das Chinesenviertel in St. Pauli

Seit dem 25. September 2012 erinnert wieder eine Gedenktafel an das Chinesenviertel in St. Pauli, das im Mai 1944 gewaltsam aufgelöst wurde.

Seit den frühen 1920er Jahren hatten sich ehemalige chinesische Seeleute im Gebiet rund um die Schmuckstraße niedergelassen und betrieben dort Lokale, Geschäfte und Wäschereien. Mit Beginn der NS-Herrschaft änderte sich vorerst wenig für die chinesischen Migranten. Mit den verschärften Devisenbestimmungen und vor allem nach der Kriegserklärung der Chinesischen Republik an Deutschland am 9. Dezember 1941 spitzte sich die Lage der Chinesen zu. Am 13. Mai 1944 führte die Gestapo unter Leitung von Erich Hanisch die „Chinesenaktion“ durch, bei der sie 129 chinesische Staatsangehörige festnahm. Anschließend wurden die Chinesen monatelang im Gestapogefängnis Fuhlsbüttel und im „Arbeitserziehungslager Wilhelmsburg“ interniert und misshandelt. Mindestens 17 Chinesen starben an den Folgen des Terrors der Gestapo und der Zwangsarbeit. Hamburgs China-Town gab es nicht mehr.

Bereits 1996 wurde in der Schmuckstraße auf Initiative der Künstler Gerd Stange und Michael Batz in Kooperation mit dem St. Pauli-Archiv eine Erinnerungstafel aufgestellt, die sich aber inzwischen in einem derart desolaten Zustand befand, dass sie entfernt wurde. Unterstützt mit Mitteln der Kurverwaltung St. Pauli und des Verfügungsfonds des Bezirksamts entwarf das St. Pauli-Archiv eine neue Gedenktafel und ließ diese in der Schmuckstraße / Ecke Talstraße aufstellen. Den auch in englischer Sprache abgedruckten Text verfasste der Historiker Lars Amenda, der schon seit vielen Jahren zur Geschichte der chinesischen Migration in Hamburg recherchiert.

In der Schmuckstraße vor Hausnummer 7 erinnert ein Stolperstein an den Chinesen Woo Lie Kien, der am 23.11.1944 infolge schwerer Misshandlungen durch die Gestapo starb.

 

 

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