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Veranstaltungsreihe im Juni 2018: "Verachtete Opfer" - GWA St. Pauli und St. Pauli-Archiv

Vor 80 Jahren, im Juni 1938, verhafteten die Nationalsozialisten reichsweit mehr als 10.000 Männer und brachten sie in Konzentrationslager. In Hamburg waren 300 Personen betroffen, die im KZ Sachsenhausen interniert wurden.

Diese sogenannte Juni-Aktion war Teil der „Aktion Arbeitsscheu Reich“, bei der Kriminal-polizei und Gestapo als „asozial“ bezeichnete Menschen in KZ verschleppten. „Asozial“ waren laut dem Erlass des Chefs der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes Reinhard Heydrich vom 4. April 1938 all jene, die „durch gemeinschafts-widriges, wenn auch nicht verbreche-risches Verhalten“ zeigten, dass sie sich „nicht in die Gemeinschaft einfügen“ und sich etwa „der Pflicht zur Arbeit entziehen“ wollten – darunter Wohnungslose, Roma und Sinti, Alkohol-kranke, Kleinkriminelle und Prostituierte bzw. als solche verdächtigte oder denunzierte Frauen.

Die dreiteilige Veranstaltungsreihe macht auf diese bis heute gesellschaftlich verachteten und staatlicherseits ignorierten oder verleugneten NS-Opfer aufmerksam.

Termine

1. Do, 14.6.2018, 19.30 Uhr

»Asoziale« im Nationalsozialismus. Stigmatisierung, Verfolgung und zögerliche Erinnerung –Vortrag von Dr. Yvonne Robel, Forschungsstelle für Zeitgeschichte Hamburg

Biografien von Opfern aus St. Pauli – Gunhild Ohl-Hinz, Christiane Jungblut, St. Pauli-Archiv

Moderation: Frauke Steinhäuser, Büro H. Geschichtskommunikation
Ort: Stadtteilzentrum Kölibri, Hein-Köllisch-Platz 12, 20359 Hamburg
 

2. Do, 21.6.2018, 19.30 Uhr
Filmvorführung „Die Akte meiner Mutter“. Dokumentation über die Hamburgerin Mariechen Schneemann, die als „asozial“ interniert und im KZ Genshagen ermordet wurde.
Einführung: Ronja Hesse, St. Pauli-Archiv; Lagergemeinschaft Ravensbrück / Freundeskreis; Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark

Moderation: Frauke Steinhäuser, Büro H. Geschichtskommunikation

Ort: St. Pauli-Archiv, Paul-Roosen-Straße 30, 22767 Hamburg

3. Mo, 25.6.2018, 19.30 Uhr

„Was heißt asozial? Historische Kontinuitäten und solidarische Gegenentwürfe" Podiums-gespräch mit Vertreter*innen von AK Kritische Asozialität, AK Kritische Soziale Arbeit und Wilhelmsburg Solidarisch; Moderation: Frauke Steinhäuser, Büro H. Geschichtskommunikation
Ort: Stadtteilzentrum Kölibri, Hein-Köllisch-Platz 12, 20359 Hamburg

Kontakt: Frauke Steinhäuser, Büro H. Geschichtskommunikation, fs@buero-h.de

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

 

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